Was, wenn Patient:innen nicht wollen – Methoden und Strategien im Umgang mit Reaktanz

 

In vielen Zwangskontexten zeigt sich Widerstand von Patient:innen als zentraler Hinweis auf unerfüllte Autonomiebedürfnisse und potenzielle Eskalationsgefahr. Dieses Seminar vermittelt praxisnahe Methoden, um Reaktanz wertschätzend zu verstehen und konstruktiv zu steuern. Anhand des österreichischen Rechtsrahmens, typischer Klient:innengruppen und konkreter Interventionsbausteine lernen Teilnehmende, Widerstand in kooperative Motivation umzuwandeln. Deeskalierende Gesprächsführung und reflektierte Selbstfürsorgestrategien helfen dabei, auch in belastenden Situationen professionell zu handeln und die eigene psychische Stabilität zu wahren.

Highlights

  • Zwangskontexte und Settings (u.a. Akutpsychiatrie, Forensik)
  • Österreichischer Rechtsrahmen (u.a. UbG, GuKG)
  • Typische Klient:innen (u.a. Psychosen, Suizidalität)
  • Psychologische Reaktanz (Ursachen, Signale, Effekte)
  • Methoden im Zwangskontext (u.a. Push- & Pull-Faktoren, Motivational Interviewing, SMART-Ziele)
  • Deeskalierende Gesprächsführung (u.a. Kreismodell der Deeskalationsstufen)
  • Selbstfürsorge (u.a. Achtsamkeit, professionelle Nähe und Distanz)

Zielsetzung & Kompetenzgewinn

Teilnehmende erwerben das Wissen, Reaktanz bei Patient:innen im Zwangskontext zu erkennen und mit zielgerichteten, partizipativen Methoden sowie deeskalierender Gesprächsführung in kooperative Motivation umzuwandeln, ohne dabei die Selbstfürsorge aus den Augen zu verlieren.

Zielgruppe

Personen, die in Zwangskontexten beschäftigt sind (Justiz, Psychiatrien, Jugendwohlfahrt, etc.)

Methodik

Fachlicher Input, Diskussionen, Arbeit anhand von Fallbeispielen.

Referent:in

Mag. Norman Heiko Meuschke

Klinischer und Gesundheitspsychologe, Klinischer Sexologe nach Yves Desjardins.Vortragender auf forensischen Fachtagungen, mit besonderem Forschungsfokus auf die Situation lebensälterer Inhaftierter sowie der Risikoeinschätzung zurechnungsunfähiger Delinquent*innen.Seit 2015 als Klinischer Case Manager im Straf- und Maßnahmenvollzug der Justizanstalt Asten gemäß § 21 Abs 1 StGB und § 21 Abs 2 StGB tätig.